>> *** October 2009 *** The Heart of Jenin was nominated at The European Film Awards 2009.    *** February 2009 *** Berlin Cinema for Peace Award (best documentary).         *** December 2008 *** Dubai Int. Filmfestival (2008) (Peoples choice Award).         *** October 2008 *** 53th Valladolid International Film Festival (2008) (Best documentary). 51th Int. Filmfestival Leipzig (DEFA-Award Honarable Mention).        *** September 2008 *** 33th Toronto Int. Filmfestival 2008.         fast forward
Die Unzerbrechlichen



Inhaltsangabe
Kritiken
Stabliste
Preise/Nominierungen

Inhaltsangabe

39 Jahre lang ist das Leben von Max Hannes mit der Kristallglasmanufaktur Theresienthal verbunden: Im Alter von 14 Jahren beginnt er hier seine Lehre als Glasschleifer, dann wird er Meister, schließlich Betriebsleiter. Im April 2001 muss die Glashütte Insolvenz anmelden – es ist nur einer von 40.000 Firmenzusammenbrüchen in Deutschland im Jahr 2001. Für die Menschen in Theresienthal bedeutet der Konkurs das Ende einer Jahrhunderte alten Tradition des Glasmachens. Die Botschaft scheint eindeutig: Für ein Unternehmen, das heute noch Produkte anbietet wie vor fünfhundert Jahren, gefertigt mit Methoden wie vor fünfhundert Jahren, ist in einem globalisierten Markt kein Platz mehr. Betriebsleiter Max Hannes und seine Kollegen reihen sich ein in das Heer der fünf Millionen Arbeitslosen. Zwei Jahre nach der Insolvenz entdecken ein paar junge Idealisten die marode Glashütte im Bayerischen Wald für sich: Christoph Glaser, Mirjam Storim und die Eberhard von Kuenheim Stiftung sind überzeugt, dass nicht alles, was alt ist, deshalb auch wertlos sein muss. Sie glauben daran, dass selbst in Deutschland die Dinge in Bewegung kommen können, wenn die Menschen Veränderungen zulassen, wenn sie Mut fassen und endlich wieder ihre Phantasie einsetzen, um Neues zu wagen, anstatt nur dem Vergangenen nach zuhängen. Mit Max Hannes teilen sie einen Traum: In Theresienthal soll wieder Glas gemacht werden. Das beste in Deutschland. Heute, im Sommer 2006, wird in Theresienthal schon wieder im zweiten Betriebsjahr Glas gemacht. 18 Langzeitarbeitslose, die meisten von ihnen in einem Alter, in dem andere bereits an die Rente denken, haben wieder dauerhaft Arbeit gefunden. Sie nennen es „Das Wunder von Theresienthal“. DIE UNZERBRECHLICHEN begleitet Max Hannes, Christoph Glaser, Mirjam Storim und die Glasmacher von Theresienthal über einen Zeitraum von drei Jahren bei ihrem zähen Kampf um eines der ältesten deutschen Traditionsunternehmen. Eine Rettungsgeschichte, die Hoffnung weckt. Der Dokumentarfilm von Dominik Wessely und Marcus Vetter erzählt aber nicht nur eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte – spannend und unterhaltsam begleitet er die Prozesse, die Fort- und Rückschritte, macht den Zuschauer mit den Protagonisten vertraut (die, obwohl sie nicht immer dieselbe Sprache sprechen, das gleiche Ziel ansteuern), macht die persönlichen Geschichten hinter der Unternehmensgeschichte spürbar und die Bedeutung, die die Insolvenz und der Neustart für die Beteiligten haben. So ist DIE UNZERBRECHLICHEN ein Lehrstück der Eigeninitiative und ein Plädoyer für partnerschaftliches Engagement geworden, das zeigt: Manchmal geschehen Wunder. Es muss sie nur einer vollbringen. „Die Unzerbrechlichen“ ist die Geschichte einer Wiedererweckung. Drei Jahre nach dem Konkurs der bayerischen Glasmanufaktur Theresienthal machen sich der ehemalige Betriebsleiter und die Eberhard von Kuenheim Stiftung daran, den Betrieb wieder aufzubauen. Spannend wie ein Spielfilm begleitet die Dokumentation ihre Suche nach Investoren und kreativen Partnern, bis hin zum Happy End,der Wiederaufnahme der Produktion.

Kritiken

Filmstarts.de Christian Horn, 2007
Dass der viel beschworene „deutsche Stillstand“ keineswegs immer still steht, führt der Dokumentarfilm „Die Unzerbrechlichen“ schlicht, aber eindrücklich am Beispiel der Glashütte Theresienthal vor. Dort wurden mehr als 500 Jahre lang hochwertige Gläser gebrannt – eine Tradition, die im April 2001 in der Insolvenz endete. Wirft man einen Blick auf den globalisierten Markt, scheint es nicht weiter verwunderlich, dass ein Betrieb, der in der heutigen Zeit noch immer mit den Techniken von vor 500 Jahren produziert, in der Massenproduktion untergeht – auch wenn die dort hergestellten Gläser eindeutig hochwertiger als anderswo sind. Doch Max Hannes, der im Alter von 14 Jahren als Lehrling in Theresienthal begonnen hatte und sich innerhalb von 36 Jahren vom Meister bis zum Betriebsleiter gearbeitet hat, gibt seinen Traum von einer Wiedereröffnung Theresienthals nicht auf. Zwei Jahre nach dem Bankrott wird die Eberhard von Kuenheim Stiftung auf die stillgelegte Manufaktur aufmerksam und versucht gemeinsam mit jungen, idealistischen Mitstreitern – Christoph Glaser und Mirjam Storim – den Betrieb wieder marktfähig zu machen. Und tatsächlich: Seit Mitte 2004 wird in Theresienthal wieder Glas gebrannt und 18 Langzeitarbeitslose haben ihren Job zurück. Es ist wohl an der Zeit gewesen, dass „Die Unzerbrechlichen“ gedreht wurde. Allein die Bilder gegen Ende, als die alte Halle von den Mitarbeitern in Schuss gebracht wird und die Öfen wieder brennen, sorgen für ein positives Gefühl, dass den Gauben an die mögliche Selbstüberwindung der deutschen Depression möglich scheinen lässt. Und am Ende muss man vielleicht nur daran glauben, um das scheinbar Unmögliche zu erreichen; die Theresienthaler haben jedenfalls schon ein Schlagwort für das Geschehene gefunden: „Das Wunder von Theresienthal“.

Stabliste

Regie Dominik Wessely und Marcus Vetter
Kamera Grischa Schmitz
Schnitt Anja Pohl
Format Digibeta
Koproduktion Gambit, BR, ARTE
Länge 90min
Gefördert FFF, FFA, MFG
Produktionsjahr/Sender D 2007 SWR/ARTE

Preise

OFFIZIELLE AUSWAHL FILMFEST MÜNCHEN 2006
OFFIZIELLE AUSWAHL WETTBEWERB FILMFEST DUISBURG 2006
OFFIZIELLE AUSWAHL WETTBEWERB KINOFEST LÜNEN 2006
DOKUMENTARFILMPREIS DES GOETHE-INSTITUTS 2006
BERNDT-MEDIA-PREIS 2006
OFFIZIELLE VORAUSWAHL ZUM DEUTSCHEN FILMPREIS 2007
NOMININIERT FÜR DEN BADEN-WÜRTTEMBERGISCHEN DOKUMENTARFILMPREIS 2007