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Stabliste
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Inhaltsangabe
Weltweit spielen Millionen Jugendliche den virtuellen Krieg. 100 Milliarden Dollar werden in diesem Markt der Videokriegsspiele und Hochleistungsrechner jährlich umgesetzt. Counterstrike gilt als das Königsspiel unter den Kriegsspielen. Allein in Deutschland sind es 500.000 Spieler, die sich in sogenannten Clans formieren. Ihre Clan-Wars führen sie übers Internet. Dieser Film erzählt die Geschichte des kleinen Esslinger Counterstrike-Clans Knights of Darkness. Es sind „Myth“ (Chris), „AmokkX“ (Oliver), Puppi (Pierre), „Draggonmaster“ (Patrick) „Der Gestörte“ (Manuel) und 40 weitere Clanmitglieder. Sie haben sich übers Internet kennen gelernt. Ihre sozialen Hintergründe sind völlig unterschiedlicher Natur. Das, was sie zusammenführt, sind Werte wie Freundschaft und Fairness und ihr gemeinsames Hobby Counterstrike. Sie gehören einer Jugendbewegung an, der lange kein Interesse entgegengebracht wurde - bis am 26. April 2002 ein Schüler aus Erfurt in einem Amoklauf 17 Menschen und sich selbst erschießt. In der Wohnung des Amokläufers findet man später das Videokriegsspiel Counterstrike. Gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen medialer Gewalt und den Bluttaten von Jugendlichen in jüngster Zeit? Durch die gesellschaftspolitischen Diskussionen um Erfurt wird der Zusammenhalt des Clans zum ersten Mal ernsthaft auf die Probe gestellt. Und dann will auch noch Pierre, der mittlerweile eine ganz andere Leidenschaft im Internet entdeckt hat, den Clan verlassen...
Kritiken
Frankfurter Rundschau, 30.07.2002
Marcus Vetter verzichtet auf populistisches Wehgeschrei und kurzatmige Wertungen; der Kommentar seines klar und sinnvoll strukturierten Films stammt allein von den Protagonisten. Durch die gewählte Form, in Verbindung mit der außerordentlichen Fotografie von Kameramann Holger Schüppel, vermittelt sich das Wesen der Spieler von selbst. Vetter liefert mit seinem nachdenklichen Film einen wertvollen Beitrag zur Debatte.
FAZnet – 30.07.2002 Der preisgekrönte Dokumentarist, dessen dramaturgisches Geschick und Bildsprache ihn fraglos auch als Spielfilmregisseur reüssieren ließen, inszeniert ein geradezu märchenhaftes Happy-End, wenn er in der letzten Szene die Jungen friedlich vereint einen Waldweg hinabradeln lässt: der Rückkehrer Pierre auch hier wieder an der Spitze, als Schlusslicht mit deutlichem Abstand Oliver, der vorsichtige Chef. Vielschichtige Persönlichkeiten allesamt. Nur schade, sagt sich der Zuschauer, dass nicht alle Counterstrike-Spieler so sein werden wie sie.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2002 Nachdem der Todesschütze von Erfurt zum Schlagwort geronnen war für all das, was Computerspiele auch jenseits des Monitors anzurichten vermögen, überschlugen sich die Fernsehsender mit schockierenden Bildern. Wie einseitig solche panikstiftenden Berichte waren, belegt nun der eindringliche Dokumentarfilm „Kriegsspiele“ von Marcus Vetter. Der Regisseur begleitet fünf Jugendliche, die sich dem verrufenen Spiel „Counterstrike“ verschrieben haben, ein blutiges Spektakel, in dem geschossen statt gesprochen wird. Marcus Vetter filmt seine Protagonisten vornehmlich im Profil, unnahbar wie auf Polizeifotos, lässt ihren flatternden Blick in eine vage Ferne zielen, als fürchte er das Frontalgespräch. Trefflich spielt er mit dem Klischee vom entrückten Tastatur-Desperado, dem man nicht zu nahe treten sollte. Vetter verurteilt nicht, er will verstehen, was die Jugendlichen in den imaginären Kosmos treibt. Sein Dokumentarfilm erschließt das Thema gleichsam von innen, weil es anscheinend kein Draußen mehr gibt. Der Film umkreist seinen Gegenstand, er sucht nicht die Hysterie an dessen Rändern, wo Unkundige den Werteverfall beklagen. Piere, das Genie des Clans, hat sich sich vom Kriegsspielen abgewandt und lässt sich nun als virtuelle Frau in Chatrooms umgarnen. Er hat die Schule verlassen, um fortan allein für den Computer zu leben. Und Vetter zeigt, dass diese Obsession ungleich verstörender ist as jedes Counterstrike-Gemetzel.
Stabliste
Regie Marcus Vetter
Kamera Holger Schüppel
Schnitt Sylvia Seuboth Radtke
2.Kamera Achim Johne
Format Digibeta
Länge 58min
Produktionsjahr/Sender BRD 2002 SWR/ARD
Preise
OFFIZIELLE AUSWAHL Kasseler Dokumentarfilmfestival 2002
Musik
The End, The Doors, Greatest Hits (Take 12) Sympathy, The Family Dogg, Best of Flower Power (Take 13) Gerundula, Status Quo, The best british pop (Take 12) Early in the Morning, Vanity Fare, Summer of Love Parallel Universe, Red Hot Chili Peppers
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