
Inhaltsangabe
Kritiken
Stabliste
Preise/Nominierungen
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Inhaltsangabe
"Broadway Bruchsal" handelt vom Lebens- und Arbeitsalltag an einer Provinzbühne. Im unterhaltsamen Format einer Doku-Soap wird mit leichter Hand dargestellt, was der Schauspiel-Alltag abseits des Glanzes der großen Bühnen bedeutet. Theater wird so höchst lebendig. Hintergründig und auch ironisch werden zentrale Motive - wie die mühselige Vermarktung der Aufführungen - gemischt mit Schilderungen über den Frust, den Ärger und die Isolierung, die vor allem junge Schauspieler im Traumberuf erleben. Nie demonstrativ, sondern eher beiläufig erfahren wir, dass die Bretter, die für viele die Welt bedeuten, aus Disziplin, Ausdauer und knappsten Finanzen gezimmert sind. An sich selbst glauben, ohne in allzu viele Illusionen zu verfallen, nicht gleich aufgeben, wenn es einmal nicht klappt, Neues lernen und sich dabei auch einmal quälen müssen: All dies vermittelt sich durchs gezielte Hinschauen beim Arbeitsalltag der kleinen Badischen Landesbühne. Das alles ist Realismus (auch mit Augenzwinkern), bei dem die Schauspieler natürlich vor der Kamera nicht ganz das Schauspielern vergessen, bis in kleine Geschichten von Liebe und Intrige im Ensemble. Immer im Hintergrund und manchmal bis zur Schmerzgrenze von der lebendig-genauen Kamera eingefangen: die Mühsal, einem kühlen Publikum überhaupt etwas von der Lust am Theater mitzuteilen. Egal, ob mit Schiller-Klassik, einem peppigen Jugendstück oder einer unterhaltsamen Schlagerparade. In dieser exzellenten Form ist das zeitweilig überstrapazierte Format Doku-Soap zukunfts- und ausbaufähig. Bildungs- und Kultureinrichtungen werden in "Broadway Bruchsal" noch einen speziellen Mehrwert sehen: eine so unterschwellige wie lebensnahe Berufsberatung über einen kulturellen Sektor, bei dem Attraktion und Desillusion so nahe beieinander liegen. (Adolf Grimme Institut)
Kritiken
Stuttgarter Zeitung 2.07.01
Die beiden Regisseure Marcus Vetter und Dominik Wessely zeichnet aus, dass sie sich vorsichtig und mit Sympathie den Menschen nähern. Herausgekommen ist eine sehr sympathische, liebevolle Dokumentation von Menschen und einem Theater, die einen harten Kampf ums wirtschaftliche und berufliche Überleben führen müssen.
Frankfurter Allgemeine Zeitung 2. Juli 2001
Broadway Bruchsal ist eine Liebeserklärung – an das Theater, an die Provinz und all jene, die niemals in den Feuilletons der großen Tageszeitungen auftauchen werden.
Sybille Simon – Zülch , epd Medien, 11.07.2001
Die Serie zeichnet sich durch eine gelungene Mischung aus ironischer, mitfühlender und respektvoller Betrachtungsweise aus. Und es spricht ganz besonders für die Autoren, dass ihre Sympathie dem offensichtlich vollkommen untalentierten, auch in Liebesdingen glücklosen Michael mit seiner Leidenschaft fürs Bumerang-Schnitzen gehört: Seine Traurigkeit, seine Schutzlosigkeit angesichts der Erkenntnis, dass er zu seinem Traumberuf nicht taugt und erst mal wieder Container schrubben muss, um von den Schulden weg zu kommen, sind die bewegendsten Momente der Serie.
Begründung der Jury des Grimme Preis 2002
»Broadway Bruchsal« handelt vom Lebens- und Arbeitsalltag an einer Provinzbühne. Im unterhaltsamen Format einer Doku-Soap wird mit leichter Hand dargestellt, was der Schauspiel-Alltag abseits des Glanzes der großen Bühnen bedeutet. Theater wird so höchst lebendig. Hintergründig und auch ironisch werden zentrale Motive – wie die mühselige Vermarktung der Aufführungen – gemischt mit Schilderungen über den Frust, den Ärger und die Isolierung, die vor allem junge Schauspieler im Traumberuf erleben. Nie demonstrativ, sondern eher beiläufig erfahren wir, dass die Bretter, die für viele die Welt bedeuten, aus Disziplin, Ausdauer und knappsten Finanzen gezimmert sind. An sich selbst glauben, ohne in allzu viele Illusionen zu verfallen, nicht gleich aufgeben, wenn es einmal nicht klappt, Neues lernen und sich dabei auch einmal quälen müssen: All dies vermittelt sich durchs gezielte Hinschauen beim Arbeitsalltag der kleinen Badischen Landesbühne. Das alles ist Realismus (auch mit Augenzwinkern), bei dem die Schauspieler natürlich vor der Kamera nicht ganz das Schauspielern vergessen, bis in kleine Geschichten von Liebe und Intrige im Ensemble. Immer im Hintergrund und manchmal bis zur Schmerzgrenze von der lebendig-genauen Kamera eingefangen: die Mühsal, einem kühlen Publikum überhaupt etwas von der Lust am Theater mitzuteilen. Egal, ob mit Schiller-Klassik, einem peppigen Jugendstück oder einer unterhaltsamen Schlagerparade. In dieser exzellenten Form ist das zeitweilig überstrapazierte Format Doku-Soap zukunfts- und ausbaufähig. Bildungs- und Kultureinrichtungen werden in »Broadway Bruchsal« noch einen speziellen Mehrwert sehen: eine so unterschwellige wie lebensnahe Berufsberatung über einen kulturellen Sektor, bei dem Attraktion und Desillusion so nahe beieinander liegen.
Stabliste
Regie Marcus Vetter und Dominik Wessely
Kamera Ralf Klingelhöfer
Schnitt Annette Muff
Format Digibeta
Länge 140min
Produktionsjahr/Sender D 2001 SWR/ARTE
Preise
ADOLF GRIMME SONDERPREIS DES LANDES NORDRHEIN-WESTFALEN 2002
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