
Inhaltsangabe
Kritiken
Stabliste
Preise/Nominierungen
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Inhaltsangabe
Sie sind alle zusammengeströmt in die Mehrzweckhalle der Stadt Pfaffenhofen, um der Rede ihres Börsengurus - EM.TV-Chef Florian Haffa - zu lauschen. Florian und sein Bruder Thomas Haffa sind die neuen Unternehmer der New Economy, der modernen Wirtschaft. Reich, amerikanisch schön, strahlendes Lächeln. Auch in Pfaffenhofen himmeln viele Kleinaktionäre die Börsenstars an wie Popgrößen. Denn die Gebrüder Haffa sind in Pfaffenhofen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Und weil man sie kannte, zeichneten auch 300 Pfaffenhofener im Oktober 1997 die Aktien von EM.TV, die mit Filmrechten wie der Biene Maya ihren Anlegern märchenhafte Gewinne versprachen. Sparkassenvorstand Bernhard Seidel machte ordentlich Werbung für den Börseneuling EM.TV. Seitdem sind viele Pfaffenhofener treue Fans. Wer beim Börsenstart von EM.TV 3000 Mark gesetzt und bis Februar 2000 gehalten hat, ist Millionär geworden - wenigsten auf dem Papier. Und um diesen Siegeszug auch gebührend zu feiern, macht sich jedes Jahr ungefähr zur selben Zeit, Ende Juli, ein kleiner Reisebus mit Pfaffenhofener Fans auf den Weg zur Hauptversammlung von EM.TV. Seitdem gehts allerdings runter. Auch die EM.TV.Aktien von Glückskind Jörg Bortschlager aus Pfaffenhofen, die noch im letzten Februar auf seinem Depotauszug mit einer Million bewertet waren, sind inzwischen nur noch ein Bruchteil davon wert.
Marcus Vetter hat einige Pfaffenhofener in den Tagen vor und während der Hauptversammlung von EM.TV besucht und mit ihnen über zerplatzte Träume, schnelles Geld und harte Arbeit gesprochen. Jörg Bortenschlager arbeitet nach wie vor halbtags in einer Hydraulikschlauchfirma für 2000 Mark Brutto, seine EM-Aktien hält er treu nach dem Motto„Wenn ich se jetzt schon drei Jahre gehalten hab, kann ich sie auch nochmal drei Jahre halten!“
Kritiken
Frankfurter Rundschau, 30.07.2002
Sie sind alle zusammengeströmt in die Mehrzweckhalle der Stadt Pfaffenhofen, um der Rede ihres Börsengurus - EM.TV-Chef Florian Haffa - zu lauschen. Florian und sein Bruder Thomas Haffa sind die neuen Unternehmer der New Economy, der modernen Wirtschaft. Reich, amerikanisch schön, strahlendes Lächeln. Auch in Pfaffenhofen himmeln viele Kleinaktionäre die Börsenstars an wie Popgrößen. Denn die Gebrüder Haffa sind in Pfaffenhofen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Und weil man sie kannte, zeichneten auch 300 Pfaffenhofener im Oktober 1997 die Aktien von EM.TV, die mit Filmrechten wie der Biene Maya ihren Anlegern märchenhafte Gewinne versprachen. Sparkassenvorstand Bernhard Seidel machte ordentlich Werbung für den Börseneuling EM.TV. Seitdem sind viele Pfaffenhofener treue Fans. Wer beim Börsenstart von EM.TV 3000 Mark gesetzt und bis Februar 2000 gehalten hat, ist Millionär geworden - wenigsten auf dem Papier. Und um diesen Siegeszug auch gebührend zu feiern, macht sich jedes Jahr ungefähr zur selben Zeit, Ende Juli, ein kleiner Reisebus mit Pfaffenhofener Fans auf den Weg zur Hauptversammlung von EM.TV. Seitdem gehts allerdings runter. Auch die EM.TV.Aktien von Glückskind Jörg Bortschlager aus Pfaffenhofen, die noch im letzten Februar auf seinem Depotauszug mit einer Million bewertet waren, sind inzwischen nur noch ein Bruchteil davon wert.
Marcus Vetter hat einige Pfaffenhofener in den Tagen vor und während der Hauptversammlung von EM.TV besucht und mit ihnen über zerplatzte Träume, schnelles Geld und harte Arbeit gesprochen. Jörg Bortenschlager arbeitet nach wie vor halbtags in einer Hydraulikschlauchfirma für 2000 Mark Brutto, seine EM-Aktien hält er treu nach dem Motto„Wenn ich se jetzt schon drei Jahre gehalten hab, kann ich sie auch nochmal drei Jahre halten!“
die tageszeitung, 17.11.2000
So schön können Wirtschaftsdokus sein: Da fährt zum Auftakt ein dunkles Coupeé durch helle Landschaft, man wähnt sich schon im Thrillervorspann auf dem falschen Kanal, ist aber in Pfaffenhofen. Hier stand die Wiege von EM.TV, hier sind die Brüder Thomas und Florian Haffa aufgewachsen, die mit ihrem TV-Rechte- und Merchandisinghaus zu den Medienwunderlandgeschichten am Neuen Markt gehören.
Grimme Begründung zum Adolf-Grimme Preis 2001
Kritisch im Kern, doch ästhetisch mit leichter Hand ist der Film ein so intelligenter wie eleganter Essay über den Gegensatz von spekulativer und ehrlicher Arbeit, über die Illusion des großen Geldes, über die Mode der Medienanlagen und über die Tücken der so genannten Aktienkultur. Ein optisch brillianter Heimatfilm, der von Globalisierung handelt.
Stabliste
Regie Marcus Vetter
Kamera Ottmar Schnepp, Mark Champimon
Schnitt Renate Nebe
Sprecher Hans Mittermüller
Format Digibeta
Länge 43:30min
Produktionsjahr/Sender BRD 2000 SWR
Preise
ADOLF GRIMME PREIS 2001
HERBERT QUANDT WIRTSCHAFTSPREIS 2001
ERNST SCHNEIDER PREIS 2001
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