
Inhaltsangabe
Kritiken
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Preise/Nominierungen
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Inhaltsangabe
13. August 1961: die DDR schließt die Sektorengrenzen in Berlin. Über Nacht wird die Stadt geteilt. Eine Flucht in den Westen wird von Tag zu Tag gefährlicher. Doch am 14.September 1962, genau ein Jahr, einen Monat und einen Tag nach dem Bau der Mauer gelingt einer Gruppe von 29 Menschen aus der DDR die spektakuläre Flucht durch einen 135 Meter langen Tunnel in den Westen. Mehr als 4 Monate haben Studenten aus Westberlin diesen Tunnel gegraben. Sie haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt - für Freunde, Verwandte, Geliebte und politische Ideale. Weil den Tunnelbauern schon nach wenigen Metern das Geld ausgeht, kommt ihnen die Idee, den Fluchttunnel zu vermarkten. Sie verkaufen die Filmrechte an der Geschichte exklusiv an die NBC, einen amerikanischen Fernsehsender. Und so ist zum ersten Mal in der Filmgeschichte eine Kamera hautnah bei der Flucht von Menschen unter der Berliner Mauer dabei. Bilder, die wenige Tage nach der Kubakrise um die Welt gehen.
Nach dem Tunnelbau haben sich die Wege der Studenten wieder getrennt. Vier von ihnen haben sich jetzt nach vielen Jahren noch einmal in Berlin getroffen. Marcus Vetter hat ihre abenteuerliche Geschichte in Szene gesetzt. Eine Geschichte, die von Mut und Hoffnung erzählt - in Mitten des kalten Krieges.
Kritiken
Frankfurter Rundschau 6.11.99
Die Binsenweisheit von den spannendsten Geschichten, die das Leben schreibt, ist abgedroschen; doch zu Marcus Vetters Film „Der Tunnel“ passt sie einfach. Anders als bei Dokumentationen über das „Dritte Reich“ konnte Vetter Erinnerungen und authentische Aufnahmen kombinieren. Reizvoll auch das Spiel mit den Emotionen. Gerade noch wirkte der Tunnelbau dank der unbeschwerten Musikuntermalung wie ein Studentenstreich, da wechselt die Stimmung abrupt zum Spionagethriller.
Frankfurter Allgemeine Zeitung – Eva-Maria Lenz 6.11.99
Marcus Vetters Dokumentarfilm „Der Tunnel“, ein atemberaubendes „Debüt im Dritten“. Vetter rekonstruiert nicht nur Fakten, er konturiert ein Drama von emotionaler Wucht. Schließlich geht es um nichts Geringeres als Resignation und Zivilcourage, Trennung und Vereinigung von Liebenden, Gefangenschaft und Freiheit. Der Tunnel, so der Regisseur, gehört zu den realen Geschichten, die nach einer Spielfilmdramaturgie verlangen. Vetter glückt das Kunststück, diese Dramaturgie ohne aufgesetzte Effekte, allein aus dem vielseitigen Stoff zu entwickeln. Alles wirkt schlüssig: Auswahl, Dosierung und Reihenfolge der Informationen, retardierende Momente und Spannungsbögen.
Süddeutsche Zeitung 18.01.2001, Stefan Fischer
Diese Geschichte ist ein Geschenk. Sich über mehr als hundert Meter durchs Erdreich zu wühlen, unter der Berliner Mauer hindurch von West nach Ost, um DDR-Bürgern durch diesen Tunnel die Flucht zu ermöglichen – das ist so grandios verrückt, das sich Marcus Vetter davon bereitwillig hat anstecken lassen. Seine Dokumentation „Der Tunnel“ ist wunderbar komisch, ohne dabei – weil alles gut gegangen ist – den Ernst und die Gefahr dieses Unterfangens herunterzuspielen. Vetter hat eine der spannendsten Geschichten des Kalten Krieges recherchiert. Er hatte das Glück, dass die Tunnelbauer seinerzeit aus Geldnot das Recht, die Arbeiten und die Flucht zu filmen, an NBC verkauften – weshalb die Originalaufnahmen existieren, die Vetter nocheinmal zeigt. Es ist das Verdienst Masrcus Vetters, das rechte Maß für die Skurrilität einerseits und die Tragik andererseits gefunden zu haben. Dafür hat er auch den Grimme-Preis erhalten.
Klaudia Brunst – Fernsehkritikerin, 18.01.2001
Dokumentarfilmer Marcus Vetter kann in seiner mehrfach preisgekrönten Rekonstruktion mit dem authentischen Filmmaterial der NBC aufwarten. Er lässt die Helden des Tunnelbaus zu Wort kommen, aber auch Zeitzeugen wie den Berliner SPD-Politiker Egon Bahr. Er stellt Zusammenhänge her, lässt aber Zweifel an den NBC-Dokumentarbildern aufkommen und notwendige Leerstellen entstehen, die seinen mit etlichen Spielszenen angereicherten Filmbericht spannender machen als die aufwändige Dramatisierung die uns die Neuberliner von SAT 1 dieser Tage präsentieren.
Stabliste
Regie Marcus Vetter
Kamera Christoph Lerch, Immo Rentz, Jörg Widmer
Schnitt Renate Nebe
Ton Rudolf Schwarz, Heiko Toman
Licht und Regieassistenz Achim Johne
Länge 88:30min
Produktionsjahr/Sender BRD 2000 ARD/SWR/ARTE
Preise
ADOLF GRIMME PREIS 2000
DEUTSCHER FERNSEHPREIS 2000
DEUTSCHER KAMERAPREIS SCHNITT 2000
PRIX EUROPA 2000 (2. Platz)
OFFIZIELLE AUSWAHL Dokumentarfilm Festival Leipzig 2000
OFFIZIELLE AUSWAHL Hot Docs, Canada, 2003
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